Der Fall des Berliner Killer-Arztes: Ein Schweigen, das Fragen aufwirft
Der Fall des Berliner Arztes, der mit 15 Morden in Verbindung gebracht wird, wirft viele Fragen auf. Warum schweigt er? Was bleibt im Dunkeln?
Vor wenigen Wochen wurde die Berliner Öffentlichkeit mit der schockierenden Nachricht konfrontiert, dass ein Arzt, der in der Stadt tätig ist, des Mordes an 15 Menschen beschuldigt wird. Der Gedanke, dass jemand, der für das Wohlergehen anderer verantwortlich sein sollte, in solch dunkle Machenschaften verwickelt sein könnte, ist beängstigend. Doch nicht nur die Vorwürfe selbst sind besorgniserregend, sondern auch die Reaktionen darauf. Der beschuldigte Arzt hüllt sich in Schweigen, und das wirft Fragen auf, von denen man nicht sicher ist, ob man sie laut äußern sollte.
In der ersten Reaktion auf diese Nachrichten war ich selbst in einem Zustand des Unglaubens. Wie kann es sein, dass jemand, der in einer so angesehenen Position ist, in solch abscheuliche Taten verwickelt ist? Im kollegialen Umfeld, so scheint es, wird meist das Schweigen der Kollegen oder Komplikationen des Gesetzes als Ausrede herangezogen. Aber bedeutet das, dass sich die Gesellschaft des Verbrechens für immer gegen uns stellt? Warum gibt es kaum ein Wort der Empörung von Seiten der Fachwelt, geschweige denn derer, die mit dem Arzt in Kontakt standen?
Es ist leicht, in diesen Zeiten des Schocks und der Trauer in Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen. Wo sind die Experten, die aufklären? Wo sind die Kritiker, die die Schuld nicht nur auf den Angeklagten, sondern auch auf das System lenken, das solche Vorfälle möglicherweise begünstigt? Der Arzt, der als der unantastbare Heiler gilt, scheint plötzlich zum Monster zu werden. Das tut nicht nur der ärztlichen Professionalität weh, sondern ist auch ein Schlag ins Gesicht derer, die in der Medizin wirklich helfen wollen.
Aber während wir in unserem Entsetzen verharren, stellt sich die Frage, was noch im Dunkeln bleibt. Wie viele Fälle wie dieser gibt es, die niemals ans Licht kommen? Wie viele Menschen haben, von ihren eigenen Göttern in Weiß, möglicherweise falsche Behandlungen oder noch Schlimmeres erlitten? Und während wir versuchen, einen Täter zu identifizieren, müssen wir uns ebenfalls fragen, was in der Medizin und in unseren Gesellschaften schiefgelaufen ist, dass Ärzte zu Tätern werden können.
Könnte es an einem System liegen, das zu viel Druck auf die Gesundheitsexperten ausübt? An einem starren Regelwerk, dass kaum Raum für menschliche Fehler lässt? Oder ist es die gesellschaftliche Erwartung, dass Ärzte immer perfekt und unermüdlich sein sollen? Ich finde es beunruhigend, dass wir in der Diskussion darüber, wie wir solche Vorfälle verhindern können, oft die Menschlichkeit aus den Augen verlieren.
Die Stille des Arztes gibt uns zu denken. Ist er die Ausnahme oder das Ergebnis eines kranken Systems? Während die Ermittlungen weitergehen, bleibt uns nichts anderes übrig, als Fragen zu stellen und mit dem Unbehagen zu leben, dass wir vielleicht nicht einmal die richtigen Antworten finden werden.